Birgit Pindhofer: „Schüler*innen haben sich für Studyly bedankt“

#basics

08. Nov. 2022 10 Minuten

Stimmen aus der Praxis


Interview von Karl Marquardt. Das Gespräch wurde am 4. August 2022 geführt.


Pindhofer Birgit

STUDYLY: Hallo Birgit. An welcher Schule arbeitest du und was gibt es ĂĽber sie zu wissen?

BIRGIT: Also ich arbeite am BORG Wiener Neustadt. Das ist ein Oberstufengymnasium mit verschiedenen Zweigen. Wir haben einen Musik-, einen Instrumental-, einen Sport und einen Naturwissenschaftszweig. Unsere SchĂĽler kommen aus einem Umkreis von mehr als 30 Kilometern zu uns an die Schule. Wir haben sogar einige SchĂĽler, die aus Wien kommen.


STUDYLY: Wie lange und mit welchen Klassen verwendest du Studyly denn schon?

BIRGIT: Ich verwende Studyly jetzt seit dem Beginn von Corona. Also mehr als zwei Jahre. Seit dem letzten Jahr wird es bei uns in jeder der vier Schulstufen verwendet.


STUDYLY: Was ist denn so dein Eindruck, wie Studyly bei euren SchĂĽler*innen ankommt?

BIRGIT: Also es gibt für diese App immer so ein bisschen eine Hemmschwelle, dass die Schüler sie auch nutzen wollen bzw. dafür Geld auszugeben. Aber sobald diese überwunden ist, sind die Schüler eigentlich sehr begeistert davon. Sie bevorzugen auch Hausübungen darüber, weil das den Schreibbedarf reduziert. Sie haben dabei die Möglichkeiten, Beispiele beliebig oft zu wiederholen, also das Ganze nochmal zu versuchen. Mithilfe der durchgerechneten Lösungen inklusive Erklärungen und Videos schaffen sie dann – wirklich oft selbstständig, ohne dass sie in der nächsten Stunde nachfragen müssen – die Aufgaben. Sie schaffen dabei nicht nur eine richtige Lösung hinzuschreiben, sondern verstehen das dann auch. Die ausführlichen Lösungswege sind etwas, das Studyly im Vergleich zu anderen Plattformen mit Übungsbeispielen, bei denen die Lösung meist nur aus einem Ausdruck oder einer Antwort besteht, so auszeichnet. Beim Üben auf solchen Seiten weiß der Schüler dann nur, dass er etwas richtig oder falsch gemacht hat, bekommt aber nicht die Gelegenheit etwas dazuzulernen, während die Erklärungen auf Studyly einen wirklichen Wissenserwerb ermöglichen.


STUDYLY: Lehrer*innen setzen ja auf sehr unterschiedliche Art und Weise Studyly ein. Wie verwendest du Studyly?

BIRGIT: Ich verwende Studyly ganz viel für Hausübungen, also statt Buchbeispielen. Außerdem mache ich Kreuzerllisten, so wie auf der Uni: Schüler müssen dann z.B. zehn Beispiele vorbereiten. Dabei dürfen sie sich auch die durchgerechneten Lösungen und Videos von Studyly gerne anschauen, dass sie das dann auch wirklich verstehen. Diese Beispiele sollen sie in der Stunde präsentieren können und kreuzen vor Stundenbeginn, was sie präsentieren wollen. Das mache ich ganz gerne, weil es die Schüler wirklich dazu anregt, sich die Lösungswege, die bereitstehen, genau anzusehen.

Zum Teil verwende ich Studyly auch zur Erarbeitung des Stoffes. Also so ein bisschen in die Richtung Flipped Classroom: Als Hausübung bekommen die Schüler und Schülerinnen eine selbstgeschriebene Stoffzusammenfassung und Einführungsvideos. Die Videos nehme ich normalerweise aus dem Netz und produziere sie nicht selbst. Dazu kommen dann noch ein paar Beispiele über Studyly, damit sie das, was sie gerade gelesen oder gehört haben, auch direkt anwenden können. Falls sie dann immer noch Schwierigkeiten haben, die Beispiele zu lösen, helfen die Erklärungen auf Studyly weiter.


STUDYLY: Was fĂĽr Beispiele verwendest du in deinem Flipped-Classroom-Modus und wie geht es dann in der Unterrichtsstunde nach der HausĂĽbung weiter?

BIRGIT: Das sind diese ganz einfachen Einstiegsbeispiele von Studyly, mit denen sie wirklich gleich starten können. In der nächsten Stunde werden Fragen beantwortet oder wir diskutieren darüber und arbeiten mit ein wenig herausfordernderen Beispielen.


STUDYLY: Welche Auswirkungen auf deine SchĂĽler*innen nimmst du noch wahr?

BIRGIT: Gar nicht so wenige kommen durch das Üben drauf, welchen Mehrwert Studyly bietet. Manches Mal sind die Rechenwege auf Studyly anders als ich sie beim ersten Mal erkläre. Da merke ich dann oft bei Schülern, dass sie mit einem Rechenweg von Studyly kommen, wo ich dann erkenne, okay, sie haben sich damit auseinandergesetzt. Ich denke schon, dass das bei vielen das Verständnis stärkt.


STUDYLY: Ein Vorbehalt mancher Lehrer*innen bei digitalen Hausübungen betrifft das Thema Abschreiben – wie sind deine Erfahrungen mit diesem Thema?

BIRGIT: Es passiert, wie auch bei anderen Übungsarten, dass Schüler Hausübungen abschreiben. Da merkt sich dann irgendwer die Lösung, schreibt mit, was er geklickt hat und gibt das weiter. Aber auch das kann man ja bei Studyly sehr gut erkennen. Wenn ich sehe, ein Schüler hat nur einen Versuch gestartet, hat dabei vier Minuten für acht Beispiele gebraucht und alles ist richtig, dann weiß ich auch, wie das zustande kam – eigentlich leichter als bei anderen Hausübungen. Aber wie gesagt, das Problem hat man mit jeder Form des Übens.
(Anm. STUDYLY: Standardmäßig erhalten Schüler*innen unterschiedliche Aufgaben.)


STUDYLY: Gibt es besondere Studyly-Momente mit deinen Klassen, an die du dich erinnern kannst?

BIRGIT: Ja. Vorletztes Jahr hatte ich eine Matura-Klasse. Einige haben sich am Anfang sehr gegen Studyly gewehrt und wollten das eigentlich gar nicht. Speziell hatte ich da einen sehr guten Schüler, der sich am Anfang sehr dagegen gesträubt und Studyly abgelehnt hat. Viele sind aber dann draufgekommen, dass ihnen die Möglichkeit, selbstständig zu üben, bei der Matura-Vorbereitung extrem geholfen hat. Am Schluss war es dann sogar so, dass sich dieser Schüler und auch einige andere bei mir bedankt haben, so nach dem Motto: „Danke, dass Sie uns zu Studyly gezwungen haben.“ Das war, finde ich, sehr schön.


STUDYLY: Eine tolle Geschichte! Gehen wir weiter zum Thema Leistungsdokumentation, hilft dir Studyly auch da weiter?

BIRGIT: Ja, weil ich sehe, wie lange ein Schüler für eine Hausübung braucht, wie viele Prozent er geschafft hat und auch die Anzahl der Versuche. Zum Beispiel weiß ich dann: Der ist engagiert gewesen und hat gesehen: „Okay, beim ersten Mal hat das jetzt noch nicht so gut geklappt. Ich schaue mir jetzt die Erklärungen an und probiere es ein weiteres Mal.“ Die Leistungsdokumentation mache ich dann in einer Excel-Datei, in der ich entsprechend der Informationen aus Studyly Punkte vergebe. Diese Punkte sehen die Schüler bei mir über Teams, da ich auch die Studyly-Hausübungen über Teams vergebe. Schüler können dann noch weitere Versuche starten, quasi als Verbesserungen, und kriegen so Punkte, die vorher abgezogen wurden, wieder zurück.


STUDYLY: Du hast eben von Teams gesprochen. Welchen Vorteil siehst du denn darin, Studyly ĂĽber Microsoft Teams zu verwenden?

BIRGIT:
Studyly über Teams zu verwenden finde ich ganz toll, weil man Studyly oben einfach als App einbinden kann. Da brauchen die Schüler nicht extra auf eine zusätzliche Webseite oder in eine App gehen.
(Anm. STUDYLY: Was mit der Einbindung in Teams gemeint ist, lässt sich in diesem Artikel nachlesen.)


STUDYLY: Verwendest du Studyly auch für Stundenwiederholungen und ähnliches?

BIRGIT: Ja, in der Fünften habe ich letztes Jahr Stundenwiederholungen gemacht. Das war eine relativ – wie soll ich sagen? – arbeitsunwillige Klasse. Deshalb habe ich auf dem klassischen Weg ein bis zwei Beispiele pro Woche vorbereitet und so zehn Minuten am Stundenbeginn investiert, in denen sie ihr Wissen abrufen sollten. Dabei hat mir natürlich auch die Ausgabe von Beispielen als Word-Datei meine Arbeit erleichtert, weil ich einfach oft auch Beispiele genommen habe, die schon als Hausübung gekommen sind. Es muss ja nicht ganz was Neues sein, das zur Stundenwiederholung kommt. Ganz im Gegenteil, wenn die Schüler sehen: „Es kommt genau das, was eigentlich bei der Hausübung war“, dann sind sie vielleicht motiviert, ihre Hausübung regelmäßig zu machen.


STUDYLY: Du sprichst von unserem Schularbeits- und Arbeitsblatt-Generator. Mit ihm kann man Aufgaben aus unserer Sammlung sowie die Lösungen direkt als PDF-, Word- oder LaTeX-Datei exportieren. Und mathematische Ausdrücke besonders leicht ändern, weil sie in der Word-Datei bearbeitbare Formeln sind.

BIRGIT: Ja, genau. Davor musste ich halt Beispiele irgendwo abtippen. Aber mit der Word-Funktion kann ich jetzt zum Beispiel einfach Zahlen oder die Reihenfolge der Antwortmöglichkeiten ändern. Wenn im Original steht: „Bauarbeiter“, sind es halt dann Friseure oder sonst irgendwas. Es genügen ja auch oft schon kleine Änderungen, damit der Schüler das Gefühl hat, es handelt sich um ein neues Beispiel.


STUDYLY: Freut mich zu hören! Vielleicht möchtest du den Kolleg*innen da draußen sonst noch etwas mit auf den Weg geben?

BIRGIT: Ja, sie sollen sich Studyly anschauen, sofern sie es noch nicht kennen, und nach kurzer Zeit werden sie einen wirklichen Mehrwert erkennen. Ich hatte auch bei mir an der Schule Kollegen und Kolleginnen, die neuen beziehungsweise digitalen Dingen skeptisch gegenüberstanden. Ich habe dann letztes Jahr das Mathe-Kustodiat übernehmen und ihnen bei der Fachsitzung Studyly näherbringen könnten. Bereits in der Probephase waren dann schnell viele sehr begeistert.


STUDYLY: Das sind schöne Abschlussworte für unser Interview. Ich danke dir sehr für die Zeit, die du dir für dieses Gespräch genommen hast.

BIRGIT: Gerne.


Birgit Pindhofer (52) ist seit 2019/20 Mathematik-Lehrerin am BORG Wiener Neustadt und hat dort das Mathematik-Kustodiat inne.